22. - 27. September 2019: Ferienoase im bewussten Sein mit Klang und Harmonie
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Die Nacht der Sterne

Leise war es Nacht geworden. Auf den Strassen war die Hektik verschwunden und hatte einer Stille Platz gemacht.

Jonas sass in seinem Zimmer und war versunken in seiner Welt. Dort war er ein Held, der streitende und fauchende Erwachsene in den Kerker sperrte und all die eingesperrten Kinder dafür befreite. Sein treuer Begleiter war sein grosser Hund namens Wolf, welcher sich um das Dreifache vergrösserte, wenn Gefahr drohte. Mit all den freigelassenen Kindern machte er sich auf den Weg in den Wald. Dort erwartete sie bereits ein loderndes Feuer, feines Essen, warme Decken und Musik. Gemeinsam assen sie, lachten, erzählten sich Geschichten und spielten miteinander. Als sie müde waren, legten sie sich hin und schliefen warm eingepackt in ihren Decken und gut beschützt von Wolf.

Jonas schrak auf. Gerade hatte sein Vater die Haustüre laut zu- geknallt und die Mutter hörte er weinen. Immer wieder stritten sich seine Eltern und in letzter Zeit war es schlimmer geworden. Leise zog er sich an und ging hinaus in die stille Nacht. Durch die Fenster der einzelnen Häuser sah er festlich geschmückte Weihnachtsbäume und warmes Licht. Auch bei Frau Winter brannte Licht. Noch vor wenigen Wochen hatten sie zusammen Blumenzwiebeln in ihrem Garten gepflanzt. Dies ist bereits für den Frühling, hatte sie zu Jonas gesagt, und wenn daraus wunderschöne Blumen wachsen, können wir sie zusammen bewundern.

Jonas zögerte nur kurz und drückte dann bestimmt die Türglocke von Frau Winter. Ah, das bist du ja, ich habe dich bereits erwartet. Komm herein. Drinnen in der warmen Stube stand ein kleiner Weihnachtsbaum erhöht auf einem Tisch und reich geschmückt mit glänzenden Kugeln und kleinen Holzfiguren. Die Wachskerzen waren noch unbenutzt. Komm, wir zünden jetzt gleich die Kerzen an. All die Kerzen am Baum tauchten die Stube in warmes Licht und liessen die Kugeln strahlen. Am Boden lagen Geschenke in buntem Weihnachtspapier verpackt. Frau Winter und Jonas sassen eine Weile auf dem Sofa und bewunderten den strahlenden Weihnachtsbaum. Schau Jonas, diese Geschenke sind für dich. Zögernd nahm Jonas das erste Geschenk und begann es zu öffnen.

Ein wunderschöner Ball kam zum Vorschein. Sein alter war erst vor kurzem kaputt gegangen. Zu vielen wilden und eifrigen Spielen war er ausgesetzt gewesen. Dann öffnete er langsam das zweite Geschenk. Gartenwerkzeug, das genau richtig war für die Grösse seiner Hände. Im Frühling, wenn all die Blumen verwelkt sind, müssen wir die Zwiebeln wieder ausgraben. Dafür brauche ich deine Hilfe und bin froh, wenn du mir das Bücken etwas erleichterst, meinte Frau Winter. Jonas strahlte. Einen neuen Ball, um endlich wieder Fussball spielen zu können und Gartenwerkzeug, um in der Erde zu graben und wühlen und diese ruhigen Momente mit Frau Winter zu geniessen.

Frau Winter zeigte Jonas ein Foto von einem Hundewelpen. Im Sommer war der treue Begleiter von Frau Winter gestorben. Darüber war sie sehr traurig und auch Jonas vermisste ihn. Schau, sagte Frau Winter zu Jonas, ich bekomme schon bald wieder einen neuen Hund. Ich brauche einfach wieder einen Begleiter. Weisst du, wie wir ihn nennen können? Jonas musste nicht lange überlegen und wie aus der Pistole geschossen sagte er: “Wolf.“ Und obwohl Frau Winter diesen Namen etwas seltsam fand, liess sie sich nichts anmerken und sagte:“Ja, das machen wir. Wir nennen ihn Wolf.“

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